Reifendruck-Rechner für Rennrad, Gravel & MTB
Gib Gewicht, Reifenbreite, Felge, Aufbau und Untergrund ein. Du bekommst den Druck für Vorder- und Hinterrad in bar und psi.
Dein Rad und Reifen
Rad inklusive Flaschen, Taschen oder Rucksack.
Breite laut Reifenflanke. Zollangaben wie 2.4 rechnet der Rechner selbst in mm um.
Erweitert: Felge & Gewichtsverteilung
Die Innenweite steht meist auf der Felge oder beim Hersteller, z. B. „21C“ oder „622x25“. Hookless-Felgen erkennst du am glatten Felgenhorn ohne Haken.
Dein Reifendruck
So berechnet der Rechner deinen Reifendruck
p = C · Radlast0,9 / Breite1,5 · Faktoren
Grundlage sind die Messungen des Ingenieurs Frank Berto. Ein Reifen rollt schnell und komfortabel, wenn er unter Last um etwa 15 % seiner Höhe einfedert. Wie viel Druck dafür nötig ist, hängt vor allem von der Last auf dem Rad und von der Reifenbreite ab.
Zuerst teilt der Rechner dein Gesamtgewicht auf beide Räder auf. Beim Rennrad trägt das Hinterrad etwa 55 %, beim Gravelbike 56 %, beim MTB 57 %. Vorne schlägt er 10–15 % Reserve für Bremsen und Lenken auf. Dann kommen die Reifenbreite, wie sie auf deiner Felge tatsächlich ausfällt, und Faktoren für Tubeless, Untergrund und Nässe. Abgeglichen haben wir das Modell mit Bertos Daten und den Drucktabellen großer Reifen- und Laufradhersteller.
Was den richtigen Reifendruck bestimmt
Breitere Reifen brauchen weniger Druck
Ein breiter Reifen verteilt die Last auf eine größere Aufstandsfläche und braucht für dieselbe Einfederung weniger Druck. Von 25 auf 32 mm sinkt er um rund 27 %. Das bringt Komfort und Grip. Auf rauem Asphalt rollst du damit sogar leichter, weil der Reifen Unebenheiten schluckt, statt das ganze Rad anzuheben.
Felgenbreite verändert die Reifenbreite
Auf einer breiteren Felge baut derselbe Reifen breiter. Pro Millimeter Felgen-Innenweite wächst er um etwa 0,4 mm. Ein 28-mm-Reifen misst auf einer 21-mm-Felge eher 29 mm. Deshalb fragt der Rechner unter „Erweitert“ nach deiner Felge.
Tubeless, Latex oder Butylschlauch
Ohne Schlauch gibt es keinen Durchschlag mit dem typischen „Snakebite“, und der Reifen walkt freier. Tubeless kannst du deshalb rund 6 % weniger Druck fahren, mit Latex- oder TPU-Schläuchen etwa 3 %. Zu wenig Druck geht aber auch ohne Schlauch schief. Dann knickt der Reifen in Kurven weg, verliert Luft (Burping) oder die Felge schlägt durch.
Hookless-Felgen und die 5-bar-Grenze
Bei Hookless-Felgen hält kein Haken den Reifenwulst. Die ETRTO-Norm begrenzt den Druck deshalb auf 5 bar (72,5 psi) und schreibt Reifen ab 25 mm vor, die für Hookless freigegeben sind. Liegt der berechnete Wert darüber, zeigt der Rechner einen Hinweis. Dann hilft ein breiterer Reifen.
So stimmst du den Druck ab
- 1Pumpe beide Reifen auf den berechneten Startwert. Nimm dafür ein digitales Manometer, denn Standpumpen zeigen oft 0,2–0,3 bar daneben.
- 2Fahre eine bekannte Runde mit typischem Untergrund, Kurven und Abfahrten.
- 3Fühlt sich das Rad hart und unruhig an oder springt es über Unebenheiten, lass 0,1–0,2 bar ab. Lenkt es schwammig, walkt der Reifen in Kurven oder schlägt die Felge durch, pump etwas nach.
- 4Prüfe den Druck vor jeder Ausfahrt. Reifen verlieren über Nacht spürbar Luft, vor allem mit Latexschlauch oder tubeless.
Häufige Fragen zum Reifendruck
Welcher Reifendruck beim Rennrad?
Das hängt vor allem von Gewicht und Reifenbreite ab. Für 75 kg Fahrergewicht, 8 kg Rad, 21-mm-Felge und Butylschlauch auf glattem Asphalt ergibt der Rechner vorne / hinten 5,2 / 5,7 bar (75 / 83 psi) bei 25 mm, 4,5 / 5,0 bar (65 / 72 psi) bei 28 mm und 3,8 / 4,2 bar (55 / 61 psi) bei 32 mm. Tubeless sind es rund 6 % weniger. Die früher üblichen 7–8 bar sind auf modernen, breiteren Reifen nicht schneller. Sie fahren sich nur härter.
Welcher Reifendruck für Gravel?
Für 40-mm-Reifen tubeless auf 25-mm-Felge, 75 kg Fahrergewicht und 10 kg Rad ergibt der Rechner vorne / hinten 2,35 / 2,64 bar (34 / 38 psi) auf festem Schotter, 2,15 / 2,41 bar (31 / 35 psi) auf gemischtem Untergrund und 1,97 / 2,21 bar (29 / 32 psi) auf grobem, losem Schotter. Breitere Reifen brauchen noch weniger. Beim Gravel lohnt sich Tubeless besonders, weil du ohne Schlauch tiefer gehen kannst und trotzdem keine Durchschläge riskierst.
Welcher Reifendruck beim MTB?
Für einen 2,4-Zoll-Reifen (61 mm) tubeless auf 30-mm-Felge, 75 kg Fahrergewicht und 15 kg Rad ergibt der Rechner vorne / hinten 1,40 / 1,60 bar (20 / 23 psi) für XC, 1,48 / 1,68 bar (21 / 24 psi) für Trail und 1,60 / 1,81 bar (23 / 26 psi) für Enduro und Downhill. Im XC fährst du weniger Druck für mehr Grip. Im Enduro und Downhill brauchst du mehr Reserve gegen Durchschläge auf die Felge.
Warum vorne weniger Druck als hinten?
Im Sitzen trägt das Hinterrad mehr als die Hälfte des Gesamtgewichts, beim Mountainbike rund 57 %. Mit gleichem Druck wäre das Vorderrad härter als nötig und hätte weniger Grip. Beim Bremsen und Lenken kommt aber zusätzliche Last auf das Vorderrad. Deshalb ist der Unterschied kleiner als die reine Gewichtsverteilung, im Rechner 9 bis 12 %.
Wie viel weniger Druck bei Tubeless?
Ohne Schlauch gibt es keinen Snakebite-Durchschlag, und es fehlt die Reibung zwischen Schlauch und Reifen. Der Rechner setzt tubeless deshalb 6 % weniger Druck an als mit Butylschlauch, mit Latex- oder TPU-Schlauch 3 %. Gehst du deutlich tiefer, kann der Reifen von der Felge springen (Burping) oder die Felge schlägt durch.
Was bedeutet hookless für den Reifendruck?
Hookless-Felgen haben keinen Haken, der den Reifenwulst hält. Nach ETRTO-Norm darfst du sie mit höchstens 5 bar (72,5 psi) fahren und nur mit Reifen ab 25 mm Breite, die ausdrücklich für Hookless freigegeben sind. Der niedrigere der beiden Höchstwerte von Felge und Reifen gilt immer.
Wie rechne ich bar in psi um?
1 bar entspricht 14,5 psi, 1 psi entspricht 0,069 bar. Beispiele: 2 bar = 29 psi, 4 bar = 58 psi, 5 bar = 72,5 psi, 6 bar = 87 psi. Der Rechner zeigt dir immer beide Einheiten an.
Wie genau ist der berechnete Reifendruck?
Der Rechner liefert einen Startwert aus Messdaten und Herstellertabellen. Reifenmodell, Karkasse, Temperatur und dein Fahrstil verschieben den passenden Druck um einige Prozent. Prüfe den Druck mit einem genauen Manometer, fahre eine bekannte Runde und passe ihn in Schritten von 0,1–0,2 bar an.